VON DER IDEE ZUM PROJEKT

Seit 1945 herrscht in Deutschland und weiten Teilen Europas Frieden. Ein Zustand, den viele inzwischen als selbstverständlich erachten. Dass Frieden ein hohes Gut ist, gerät so mehr und mehr in Vergessenheit. Genau das wollen das Friedensmuseum Meeder und der Fernsehsender nec tv aus Neustadt bei Coburg verhindern. Gemeinsam haben sie das Projekt “Landkarte des Friedens” aus der Taufe gehoben. Ein wichtiger Partner im medienpädagogischen Bereich ist der Verbund “Junge Medien Oberfranken”.
 

Schüler als Macher (NP Coburg vom 9. Mai 2013)

idee“Frieden ist keine Selbstverständlichkeit”, sagt Jochen Dotterweich, stellvertretender Leiter des Arnold-Gymnasiums und Moderator bei nec tv. Ziel des einzigartigen Projektes sei es, neben den handelnden Personen erstmals eine Übersicht darüber zu geben, wo und wann die Menschen Friedensschlüsse, historisch friedliche Ereignisse oder besonders friedvolles und partnerschaftliches Engagement erleben durften. Dabei liege der Fokus laut Dotterweich zunächst auf der Region. Angedacht sei, die virtuelle und interaktive “Landkarte des Friedens” dann sukzessive auf Oberfranken, Bayern und darüber hinaus auszudehnen.

Die Hauptrolle in dem crossmedialen Projekt obliegt Schülern. Sie werden in die Recherchen vor Ort intensiv eingebunden und – mit technischer Unterstützung von nec tv auch in die mediale Aufbereitung der Beiträge einbezogen. Über das Netzwerk “Junge Medien Oberfranken” sollen sich zunächst die Gymnasien aus Neustadt bei Coburg, Burgkunstadt, Kronach, Kulmbach und Selb beteiligen. “Die Liste ist offen. Wir würden uns über die Teilnahme weiterer Schulen freuen”, sagt Jochen Dotterweich.

Für die Projekt-Koordination zeichnen Henning Schuster vom Verein Friedensmuseum Meeder und Hans-Joachim Hess verantwortlich. Letzterer kommt aus Schleusingen und arbeitet seit vielen Jahren als Autor, Kameramann und Cutter für alle bedeutenden deutschen Fernsehanstalten. Er wird als Coach den Schülern nicht nur bei den Recherchen Tipps geben, sondern mit ihnen das Angebotsspektrum beispielsweise um Zeitzeugen-Interviews, vertiefende Filme, Artikel, GPS-Daten und andere interaktive Tools zusätzlich lebendiger gestalten. So entstehe laut Dotterweich peu á peu ein “virtuelles Museum im Internet”, das auch über eine kostenlose Smartphone-App per Tablet besucht werden könne.

Sparkasse gab Anstoß

Ebenso außergewöhnlich wie die “Landkarte des Friedens” selbst ist auch die Entstehungsgeschichte des Projekts. Sowohl das Friedensmuseum Meeder als auch nec tv hatten aus unterschiedlichen Motiven heraus bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels über deren Stiftung Finanzspritzen beantragt. Ein Ergebnis der Prüfung war, dass das Friedensmuseum Meeder zwar regional, aber kaum multimedial verankert ist. In weiteren Gesprächen mit den Antragstellern wurden erste Gedanken über eine Zusammenarbeit entwickelt, wie Museum und nec tv zu verbinden. “Das war die Geburtsstunde des Projekts”, erinnert sich Henning Schuster, der mit dem Geschäftsführer der Bayerischen Sparkassenstiftung, Dr. Ingo Krüger, Ideengeber für die “Landkarte des Friedens” war.

Das Konzept überzeugte nicht nur die Sparkasse Coburg-Lichtenfels, sondern auch die Bayerische Sparkassenstiftung. Beide beteiligen sich mit zusammen 50.000 Euro an den Gesamtkosten, die für das Projekt bis August 2014 veranschlagt sind. Weitere Unterstützer sind bislang die Oberfrankenstiftung (100 000 Euro), die Evangelische Landeskirche Bayern (5000), Stadt und Landkreis Coburg sowie die Gemeinde Meeder (jeweils circa 10.000) und die Laurentiusstiftung Meeder (3.000). “Einige Anträge sind noch offen”, sagt Projektkoordinator Henning Schuster, der die Eigenleistungen auf rund 160.000 Euro beziffert.

Weitere Berichte:

Bericht nec tv aktuell vom 15. Mai 2013